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CAPTIVITY: Interview mit Ingo Wagner und Dennis Nobbe

08.12.2009 | 23:42

Wie Phönix aus der Asche entstieg die Band CAPTIVITY aus den Überbleibseln der Hannoverander SYLENT GREEN. Mit neuem Sänger und neuem Schlagzeuger knüpfen die Melodic-Death-Metaller da wieder an, wo sie aufhören mussten, und nahmen auch das angefangene Album unter neuem Namen und mit zwei neuen Songs weiter auf. Gitarrist Ingo und Bassist Dennis haben allerdings ziemlich andere Vorstellungen von der Zukunft.

Pia-Kim Schaper:
Eure Band entstand mehr oder weniger aus der Formation SYLENT GREEN. Spielt ihr noch viele "alte" Songs?

Ingo Wagner:
Ja, nach Auflösung von SYLENT GREEN entschlossen sich Dennis und ich weiterzumachen. Allerdings war der Bandname durch die jahrelangen Streitigkeiten mit unserem damaligen Label vielen schon nicht mehr geläufig, und nach dem Ausstieg des Sängers entschlossen wir uns, die Band umzubenennen.

Dennis Nobbe:
Wir haben die meisten der alten Songs übernommen, aber an diesen gebastelt und der neuen Besetzung angepasst. Sie klingen jetzt ausgereifter und durchdachter.

Pia:
Wie kam es zu der Entscheidung, mit CAPTIVITY neu anzufangen und SYLENT GREEN nicht fortzuführen?

Dennis:

Das war eher eine Notwendigkeit. Als uns vergangenes Jahr unser damaliger Sänger und der Schlagzeuger verließen, wollten wir einen Schlussstrich unter SYLENT GREEN ziehen und einen Neuanfang wagen.

Ingo:
Mit Marc, dem neuen Sänger, kam dann auch der neue Bandname.

Dennis:
Wir haben lange überlegt, wie wir uns nennen sollen, bis wir uns schlicht und einfach dazu entschlossen, einen unserer Songtitel als Bandnamen zu verwenden.

Pia:
Wurden die Aufnahmen zum zweiten SYLENT GREEN-Album abgeschlossen oder werden einige Songideen jetzt auf dem CAPTIVITY-Debüt verwendet?

Ingo:

Die Aufnahmen wurden damals nicht beendet, dennoch sind wir im Moment dabei, die Songs komplett neu aufzunehmen, zwei von ihnen sind im rohen Mix schon fertig und auf unserer Myspace-Seite anzuhören. Die Songs bedürfen noch einiger Überarbeitung (Gitarren, Gesang, Gesamtmix), aber geben schon einmal einen ersten Eindruck, in welche Richtung es gehen wird. Auf dem Debüt werden zehn alte Songs zu hören sein, wie auch zwei neue, die im vergangenen Jahr entstanden sind.

Pia:
Wie laufen die Aufnahmen zum Album? Wie weit seid ihr mittlerweile gekommen?

Dennis:
Es läuft ziemlich gut. Es fehlen nur noch hier und da einige Teile bei den Stücken, außerdem müssen die ganz neuen Tracks noch eingespielt werden.

Ingo:

Ich denke, dass im Laufe der Zeit noch der eine oder andere Song bei MySpace online gestellt werden wird.

Pia:
Gibt es schon einen Titel?

Dennis:
Ja, das Album soll, wie schon damals angedacht, "Stop Motion Mind" heißen. Vielleicht - aber das ist nicht besonders wahrscheinlich - ändern wir den Titel noch.

Pia:

Gibt es schon einen (groben) Veröffentlichungstermin für das kommende Album?

Ingo:

Einen Veröffentlichungstermin gibt es noch nicht, eine grobe Peilung geht aber in Richtung Jahreswende. Wir werden, sobald die Arbeiten am Album beendet sind, auf Labelsuche gehen, und dann einmal schauen, wann das Ganze letztendlich veröffentlich werden soll oder kann.

Pia:
Was war euer bisher bester Auftritt?

Dennis:

So lange gibt es CAPTIVITY ja noch nicht, darum hatten wir noch nicht allzu viele Auftritte. Die ganzen SYLENT GREEN-Gigs kann man schließlich schlecht mitzählen.

Ingo:

Da wir ja erst seit kurzem überhaupt erst wieder live spielen, kann ich dazu noch nicht so viel sagen. Wir hatten in diesem Jahr bislang acht Gigs und alle waren gelungen.

Pia:
Spielt ihr lieber auf Festivals oder eigene Konzerte?

Ingo:
Spontan würde ich sagen, dass Festivals schöner sind, da man viel Zeit draußen auf dem Gelände mit den Leuten verbringen und auch viele andere Bands anschauen kann. Ich würde aber auch nicht sagen, dass dies bei Clubgigs nicht der Fall ist. Das nimmt sich nichts und hängt auch ein bisschen von der persönlichen Stimmung des Einzelnen ab. Wenn die Stimmung gut ist, ist es egal, wo man spielt.

Dennis:
Das kann man tatsächlich nicht pauschalisieren. Alle Faktoren, die mit dem Auftritt zusammenhängen, müssen halt stimmen. Das kann bei Clubgigs oder Festivals so sein - oder eben nicht.

Pia:
Gab es besondere Erlebnisse während der Live-Auftritte?

Ingo:
Hmm. Dazu fällt mir gerade nichts ein...

Dennis:
Ich als Bassist kann dazu nichts sagen. Meine volle Konzentration während eines Gigs liegt auf meinem Gedankengang, und der lautet "A, A, D, D, C, C". Toll, diese platten Musikerwitze. Die verstehe ich wenigstens.

Pia:
Konntet ihr schon Shows außerhalb von Deutschland spielen?

Dennis:
Nein. Da wir derzeit noch am Album arbeiten und noch keinen Plattenvertrag haben, würde das auch allein aus Kostengründen nicht allzu viel Sinn ergeben.

Ingo:
Aber es wäre schon mal ziemlich interessant zu sehen, wie es denn im Ausland auf Konzerten so abgeht.

Pia:
Habt ihr musikalische Vorbilder? Wenn ja, welche?

Ingo:

Ich denke, dass jeder für sich seine Vorbilder hat, aus denen er auch die Einflüsse für das Songwriting zieht, so setzen sich dann unsere Songs auch zusammen. Aber einheitliche Vorbilder haben wir nicht.

Dennis:
Mein größtes Vorbild ist David Hasselhoff. Seine engelsgleiche Stimme, seine poetischen Texte, seine Frisur: Da stimmt einfach alles!

Pia:
Was waren die größten Erfolge für euch als Band?

Ingo:
Der größte Erfolg war es, so umgängliche und engagierte wie auch talentierte Musiker zu finden. Wir sind endlich wieder eine Einheit. Ich denke, das ist zu diesem Zeitpunkt unser größter Erfolg.

Dennis:
Frag uns das am besten nächstes Jahr noch mal, wenn unser Album die Charts dominiert. Dann kommen wir mit unserem Privatjet auch gerne persönlich zum Interview vorbei.

Pia:
Wo seht ihr euch in zehn Jahren?

Ingo:
Ich hoffe, auf den großen Bühnen dieser Erde, haha!

Dennis:
In der Reha-Klinik.


Na, dann bis nächstes Jahr im Privatjet!

http://www.myspace.com/captivitymetal

Redakteur:
Pia-Kim Schaper

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