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CAGE: Interview mit Sean Peck, Mikey Niel, Dave Garcia, Mike G.

01.01.1970 | 01:00

Es klingt fast wie im Märchen; Cage gewinnen den Unerhört!-Wettbewerb des Rock Hard-Magazins und lassen 600 Mitbewerber auf der Strecke. Durch den Titel haben die Jungs aus San Diego die Möglichkeit, am Dynamo Festival 1999 in Holland aufzutreten und unterzeichnen kurz darauf einen Deal mit Omega Records. Ich habe Cage nach ihrem mitreissenden Auftritt an den Metal Dayz getroffen, und wollte wissen, was seit diesem denkwürdigen Competition alles passiert ist. Cage erinnern sich...

Sean:
Das Dynamo Festival war eine fantastische Erfahrung! Wir waren das erste Mal in Europa und konnten grossartige Resonanzen einfahren. Kurz danach hatten wir unseren Deal mit Omega Records in der Tasche, worauf das "Unveiled"-Album in Europa veröffentlicht wurde. Wir waren jahrelang im Underground, deshalb war das für uns eine Art Re-Release. Dann gingen wir an die Arbeit, um den Nachfolger einzuspielen. Wir haben eine Menge Shows in Kalifornien gespielt und zeitgleich "Astrology" zusammengeschustert. Die Scheibe ist im September letzten Jahres erschienen. Wir hatten die schwierige Aufgabe, "Unveiled" zu toppen, was wirklich nicht einfach war. Aber wir haben es geschafft, und nun sind wir hier in Europa und spielen in Wacken und an den Metal Dayz in der Schweiz... und wir dürfen dir ein Interview geben...

Françoise:
Ihr wart also gestern das erste Mal in Deutschland, und habt erst noch in Wacken gespielt! Erzählt mir etwas darüber. Wie war Wacken?

Mikey:
Geil! Grossartig! Es war ein Traum wieder nach Europa zu kommen und zu spielen.

Sean:
Mike, was denkst du über Wacken?

Mike:
Es war echt unglaublich, die Fans haben es geliebt. Ich würde mich freuen, wieder in Wacken spielen zu dürfen!

Sean:
Dave!?!

Dave:
Es war fantastisch! Die ganze Sache war einfach wundervoll! Wir hatten eine grossartige Zeit.

Sean:
Wir waren zur selben Zeit auf der Bühne wie Napalm Death. Trotzdem hatten wir eine Menge Fans vor unserer Bühne; viele von ihnen haben unsere Songs mitgesungen, es war ein grossartiger Auftritt! Einige Journalisten haben gemeint, wir hätten den anderen Combos an jenem Tag die Show gestohlen. Ich hoffe, dass wir noch viele weitere Festivals spielen können.

Françoise:
Nun, heute seid ihr hier im schweizerischen Pratteln an den Metal Dayz... ein etwas kleineres Festival im Vergleich zu Wacken, mit Betonung auf "etwas"...

Sean:
Erst waren wir etwas besorgt wegen den Metal Dayz, weil hier recht viele Death Metal Bands auftreten. Wir hatten aber eine tolle Show und die Leute sind dennoch gekommen, um uns zu sehen. Die Fans in der ersten Reihe haben ihre Matten geschüttelt und wir hatten eine gute Zeit auf der Bühne. Wir möchten so oft live spielen wie es nur möglich ist; die Leute sollen unsere Live-message spüren. Live klingen wir viel kraftvoller als auf den Scheiben.

Mike:
Es kommt nicht auf die Grösse der Show an. Wir geben immer alles, egal wieviele Leute da sind. Wir lieben es einfach, auf der Bühne zu stehen!

Françoise:
Ich denke mal, es gibt einen Unterschied zwischen Shows in Europa und den Staaten.

Mikey:
Ja, Gigs in Europa sind besser! Die Leute in Amerika machen sich einfach zu viele Gedanken um die Coolness der Musik...

Dave:
Es gibt einfach zu viele Arten von Musik. In Europa wird Heavy Metal viel ernster genommen. Das ist genau der Punkt.

Sean:
Die Europäer haben eben keine Angst vor Rockmusik. Hier haben die Fans den grössten Spass in den Rock-Dizzen, sowas gibt es in Amerika nicht. Die europäischen Fans spielen Luftgitarre und headbangen bis zum Umfallen, es kümmert sie nicht, was andere darüber denken. Das ist die Leidenschaft, die in jedem Fan steckt. In Amerika erwacht der Metal wieder etwas aus seinem Dornröschenschlaf. Es gibt Fans, die stehen bei uns in die erste Reihe, bangen und erheben ihre Faust.... sie fühlen die Kraft des Heavy Metal... Wir planen gerade eine Tour durch Europa und hoffen, dass wir einige Gigs auf die Reihe bekommen. Es ist wichtig, dass uns möglichst viele Leute live zu Gesicht bekommen. Was meinst du dazu? Hat dir unsere Show heute Spass gemacht?

Françoise:
Oh, ja, das hat sie!

Sean:
Ja? Yeah! Haha.

Françoise:
Sagt mal, gibt es in den Staaten eigentlich noch eine Metalszene?

Sean:
Ja, sie kommt wieder zurück.

Mikey:
Die Szene lebt stark im Underground.

Sean:
Ja, aber sie kommt zurück. Es hat erst kürzlich wieder angefangen. Zur Zeit befinden wir uns in einer glücklichen Lage. Wir spielen in Hollywood, die Leute in San Diego sind grossartig, Kalifornien...

Françoise:
Sind das grosse Shows?

Sean:
Etwa 400 bis 500 Leute. Die Gigs werden immer grösser. Die Fans wollen wieder rocken, sie wollen Leder und Nieten tragen, sie wollen Party, einfach eine gute Zeit.

Mikey:
Ja, die Leute wollen wieder Leder und Nieten! Man findet sowas wieder bei uns in den Klamottenläden, das ist ein gutes Zeichen! In den Achtzigern war sowas cool, dann hiess es plötzlich, dies sei der Teufel... das ist Humbug!

Sean:
Heavy Metal ist überlebensfähig! Es kommen auch viele Frauen und Kinder zu unseren Konzerten...

Mikey:
Wir sehen auch ältere Leute an unseren Shows. Sie kommen an und sagen, dass sie uns echt mögen. Nach dem Motto "Ich habe Heavy Metal noch nie gemocht, aber euch Jungs find ich wirklich toll!" Haha. Das ist das Spezielle an Cage.

Françoise:
Das hört sich alles wunderbar an! Wie sieht es in Zukunft aus? Irgendwelche Pläne?

Sean:
Darüber haben wir doch eben gesprochen!

Françoise:
Ich meinte jetzt eher auf Hinsicht einer neuen Scheibe...

Sean:
Wir haben bis jetzt vier oder fünf neue Songs. Einen davon haben wir heute live gespielt, er nennt sich "Kill The Devil". Es schien, als würden die Fans diesen Song lieben, wie findest du das Stück?

Françoise:
Klingt stark!

Sean:
Unsere dritte CD soll dass grossartigste Heavy Metal Album werden, das jemals eingehämmert wurde! Es soll sich in einer Liste einreihen mit Namen wie "Unleash The Beast", "Number Of The Beast", "Screamin´ For Vengeance"... eine Legende eben... wir arbeiten sehr hart daran und schreiben für diese Scherbe klassische Metalsongs. Wir haben jetzt auch einen Deal in den USA, du kannst unsere "Astrology"-CD in jedem Laden der Staaten finden. Das ist klasse für eine Band wie uns! Im nächsten Jahr sollten wir mit dem neuen Werk am Start sein, und wir möchten immer so viel live spielen wie nur möglich, damit jeder die Power von Cage-Heavy Metal spürt! Hört sich das nach einem guten Plan an?

Françoise:
Das hört sich viel besser an als gut. Ich bin ja mächtig gespannt!

Mikey:
Das Besondere bei Cage ist, dass WIR die Fans sind. Wir machen also sozusagen Musik von Fans für Fans. Wir machen was uns Spass macht. Wir sind keine Rockstars, wir sind einfach fünf Typen, die gerne Musik machen, und die Leute reagieren äusserst gut darauf.

Sean:
Es sind auch die Fans, die beim Rock Hard Wettbewerb für uns gestimmt haben. Da waren 600 Bands am Start, und die Fans haben uns gewählt. Die Fans sind das wichtigste. Heavy Metal Bands bekommen keine Unterstützung vom Radio. Uns ist somit auch die Fanbasis wichtig, die Liveshows. Das ist unsere Strategie. Mit dieser Strategie haben wir in Wacken gespielt, jetzt an den Metal Dayz, und jetzt dürfen wir mit dir hier sitzen und ein Interview machen...

Mike:
Ja, die Fans sind der Boss!

Sean:
Genau deshalb wollten wir "Kill The Devil" live bereits spielen. Niemand hat ihn je zuvor gehört, und jetzt schwärmen bereits alle davon! Ja, das ist unsere Strategie... und wir schätzen es sehr, dass du dir die Zeit nimmst, mit uns ein Interview zu machen.

Françoise:
Haha! Ok, letzte Frage. Was denkt ihr über das Internet?

Sean:
Uuääh, ich hasse das Bootlegging! Das Internet ist toll für die Heavy Metal Webzines und den Austausch von Informationen. Aber dieser Bootleg-Scheiss... Fuck that shit! Sag, hat dir unser Konzert heute gefallen?

Françoise:
Ja, doch!

Sean:
Haben wir gerockt?

Françoise:
Jaaaaaa!

Sean:
Guuuut! (richtet sich an seine Bandkumpanen) Hat jemand von euch irgendwelche abschliessende Kommentare? Nein? Ok, dann ich! Hallo ihr da draussen, ein Hallo an alle Fans. Wir danken euch für die grossartige Unterstützung. Wir sehen uns auf Tour, sehr sehr bald, an einem Ort in eurer Nähe! Yauuu!

Redakteur:
Francoise Stähelin

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