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BLACK STONE CHERRY: Interview mit John Fred Young

31.05.2011 | 11:02

Die Amis von BLACK STONE CHERRY haben mit "Between The Devil & The Deep Blue Sea" das berühmte "make it or break it"-Werk abgeliefert. Wir sprachen mit einem gut gelaunten, redseligen John Fred Young.

Zum Zeitpunkt des Interviews stehen erst sieben Songs des aktuellen Albums zur Verfügung, die den Eindruck verfestigen, dass man sich anno 2011 mehr am großen Stadionrock Marke NICKELBACK orientiert als am Südstaaten-Rock, der vor allem das Debüt der Jungs prägte. "Es ist auf jeden Fall eine große Ehre für uns mit NICKELBACK verglichen zu werden. Wir haben ein paar Shows mit ihnen in UK gespielt und sie sind eine sehr große Band, die live richtig Gas gibt und viel heavier ist, als es die vielen Radiohits vermuten lassen. Aber du hast Recht, dass die Songs, die dir bisher zur Verfügung stehen, nicht so sehr unsere Wurzeln aus den Südstaaten zeigen. Aber das Album ist sicher das abwechslungsreichste Werk, das wir bisher aufgenommen haben. Es gibt die Party-Songs wie 'Blame It On The Boom Boom', 'Let Me See You Shake' oder 'White Trash Millionaire', Balladen und doch auch die typischen Südstaaten-Rocker wie die Coverversion von 'Can't You See', 'Like I Roll' oder dem abschließenden 'All I'm Dreamin' Of', das mit seiner spärlichen Instrumentierung und dem Banjo wohl der Song ist, der so sehr wie keine Nummer zuvor nach den Südstaaten klingt. Wir wollten ein Album schaffen, auf dem für jeden Hörer etwas dabei ist und hinter dem wir als Band voll stehen. Das ist einfach genau die Musik, die wir machen wollen." Dass "Between The Devil & The Deep Blue Sea" allerdings noch sonniger als zuvor klingt, sieht auch der sympathische Drummer so. "Ja, das ist auf jeden Fall richtig. Das gute kalifornische Wetter und der Spaß, den wir beim Aufnehmen hatten, ist eindeutig auch auf dem Album zu hören. So viel Sonne sind wir ja in Kentucky gar nicht gewohnt, das mussten wir erst einmal vearbeiten.", lacht John Fred.

Die größere Radiotauglichkeit des Albums gibt natürlich den Leuten Futter, die der Band rein kommerzielles Denken unterstellen. "Ach, wem unsere Songs auf der Platte nicht hart genug sind, soll mal zu unseren Shows kommen. Da spielen wir alles Metal. Auch die Balladen.", dröhnt es lachend aus dem Hörer. "Wir gehen jetzt mit ALTER BRIDGE auf US-Tour und kommen dann sicher später in diesem Jahr rüber zu euch nach Euopa und da kann man sich dann davon überzeugen, dass wir auf der Bühne mächtig Gas geben." Erste Kostproben gibt es in diesem Jahr bei Rock am Ring und Rock im Park.


Bei den Texten wird mehr als einmal die Liebe zur Bandheimat Kentucky deutlich. "Oh ja, wir lieben es wirklich in Kentucky, die Menschen sind sehr entspannt, die Natur ist fantastisch, es ist nicht so voll wie an der Küste, Kentucky ist wirklich ein schöner Fleck. Aber es ist nicht so, dass wir totale Rednecks sind und nur den Süden der USA mögen, die USA sind so unterschiedlich und es gefällt mir überall." Es folgt ein knapp zehnminütiger, sehr enthusiastischer Monolog (bei 20 Minuten Gesprächszeit!) über die Vorzüge, Gegebenheiten und Menschen von diversen Staaten. Angefangen an der Ostküste über Florida, Texas, Utah bis hin zu Nevada und Kalifornien. Die Begeisterung mit der John Fred über die Vereinigten Staaten spricht, ist beinahe ansteckend. Allerdings ist es nicht so, dass hier jemand unreflektiert sein Land verherrlicht. "Mir ist schon bewusst, dass hier nicht alles toll ist und wir gerade z. B. wirtschaftlich große Probleme haben, aber das ändert nichts daran, dass ich mein Land liebe."

Dieses Gespräch findet relativ kurz nach den großen Katastrophen in Japan statt und fast automatisch landet man bei diesem traurigen Thema. "Wir haben auf der Tour zum letzten Album in Japan gespielt und ich habe wohl noch nie so höfliche, gastfreundliche Menschen getroffen wie dort. Was dieser doch kleinen Insel jetzt passiert ist, ist wirklich sehr traurig. Natürlich wissen alle, um die Gefahren, die dort herrschen, so wie es mit den Tornados im mittleren Westen der USA ist, aber mit einer Katastrophe diesen Ausmaßes konnte wohl niemand rechnen. Vor allem da jetzt auch die atomare Bedrohung hinzugekommen ist." Eine Hysterie wie sie stellenweise in Deutschland auszumachen war, kann John Fred in den USA aber nicht ausmachen. "Nein, hier gibt es jetzt keine große Anti-Atom-Strom-Bewegung und es wird auch nicht tonnenweise Jod gehortet." Dass man als Musiker auch Möglichkeiten hat, die Betroffenen zu unterstützen, sieht auch John Fred so. "Es wäre schon toll, wenn man ein großes Festival oder ähnliches für die Leute dort organisieren könnte. Wenn man uns fragen würde, wären wir ganz sicher dabei."

Redakteur:
Peter Kubaschk

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