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AXXIS: Interview mit Bernhard Weiss

01.01.1970 | 01:00

Nachdem Axxis mit ihrem neuen Album "Back To The Kingdom" wieder Back to the Roots gingen mußte ich einfach an ein Interview mit Bernhard Weiss, dem Frontman von Axxis rankommen. Wie man sieht hat es auch geklappt. Und Bernhard erzählte mir die ganze Axxis Geschichte.

Georg:
Wie fing es mit Axxis an.

Bernhard:
Ich kann mich noch erinnern, als ich 18 war, war ich bei den Jungs schon einmal im Proberaum drin. Die Band hieß damals noch Anvil. Es gibt da auch die bekannte Band "Anvil", aber die kommen aus Kanada. Das ist nicht zu verwechseln. Die Musiker die damals dabei waren spielen inzwischen keine Musik mehr. Ich kann mich auch noch an den riesen Holzamboss erinnern, der bei ihnen im Proberaum stand. Die Jungs standen damals auf "Judas Priest", "AC/DC" und solche Sachen. Die Band hat sich dann hochgerackert und auf tausend Festivals gespielt. Und interessanterweise kannte die damals keiner. Rock Hard und Metalhammer stammen ja auch aus Dortmund. Aber das ging irgendwie an ihnen vorbei. Es war ganz komisch. Als wir dann 1989 den Plattenvertrag hatten und als Dortmunder Band auftauchten, da waren die alle ganz platt. Weil wir zwar schon 5 - 6 Jahre vorher in der Gegend rumgekrebst und gemacht und getan hatten. Die aber von uns nie Kenntnis genommen hatten.

Georg:
Euer Plattenvertrag kam ja auch recht kurios zustande. Ihr habt da 2x das gleiche Demo an EMI geschickt.

Bernhard:
Ja, wir haben einen Song aufgenommen und das Demo zu EMI geschickt und haben daraufhin eine Standardabsage erhalten. Sowas in der Art wie" Wir würden das gerne machen, aber wir haben nicht die Zeit dazu und die Musik ist gerade auch nicht in..." Das Übliche halt. Wir versuchten dann das Ding noch mal da hinzuschicken, weil wir da jemanden kannten, der bei Scotch die Tonbänder gemacht hat. Früher gab es ja noch keine Digitaltechnik, da wurde ja alles noch auf Bänder aufgenommen. Und wir haben über den Typen die Kassette noch mal da hingelegt. Wir hatten da auch kein Geld für ein richtiges Demo, kein Foto und auch keine Bandinfo oder sowas. Es gab nur das Tape und eine Kontaktnummer. Und der Sigi Brand fand das dann ganz toll und wollte auch mal sehen wie wir uns live präsentieren und natürlich ob wir noch mehr Songs haben. Dann haben wir ein Demo produziert, das dann von Electrola finanziert wurde. Da waren 5 Songs aufgenommen: Kingdom Of The Night, Just One Night, Living In A World, Fire And Ice und noch einen Song. Und das Demo hat dann im Haus EMI richtig Furore gemacht. Und auf einmal wurde es ernst.

Georg:
Eure ersten beiden Alben hatten ja auch sehr hohe Verkaufszahlen.

Bernhard:
Bei den ersten beiden Alben haben wir auch in Deutschland gearbeitet. Mit Rolf Hahnekamp als Produzenten, also mit jemanden der Axxis von Anfang an mit verfolgt hatte. Das ist ja auch die Erfahrung die wir jetzt gemacht haben. Ich meine, Amerika war toll für uns, für die persönliche Erfahrungen von uns. Für den Fan und für den Einfluß auf unsere Musik waren die Alben, die wir in den USA gemacht haben wohl problematisch. Es war für uns als Künstler gut, aber für Axxis war es schon riskant, weil die Produzenten von außerhalb kamen und nicht wussten wie und was ich singen kann. Die fanden auch mal unsere Art und Weise nicht toll, weil da auch grade Grunge In war. Das war dann auch immer so ein Kampf, so ein Tauziehen wer gewinnt. Das ist halt das Problem, wenn man Kompromisse machen muß. Aber das haben wir da auch gelernt: man muß sein Ding einfach durchziehen.

Georg:
Ihr wart nach Kingdom Of The Night mit Black Sabbath auf Tour?

Bernhard:
Das war nach der "Headless Cross" damals noch mit Cozy Powell an den Drums. Das war toll mit solchen Leuten auf Tour zu sein. Egal was sie für Musik machen, ich persönlich fand, daß sie eine Kultband sind und wir durften da mit rumziehen. Und was man damals nicht alles behauptet hat. Blutspucken und Schwarze Messen. Und dann waren das 5 englische Gentlemans die Rockmusik machen und cool abgehen und sehr familiär miteinander umgingen.

Georg:
Mußtet ihr euch damals einkaufen oder wie lief das?

Bernhard:
Black Sabbath und wir waren ja beide bei EMI und zum zweiten haben die uns hier in der Zeche in Bochum gesehen. Die hatten natürlich ein Vetorecht. Es gab natürlich mehrere Bewerbungen. Ich kenn das ja auch bei uns, wenn da eine Band mit auf Tournee gehen soll, dann muß die schon zu uns passen und natürlich noch eine andere Publikumsschicht mit anziehen, die sonst nicht kommen würden. Und dann spart man natürlich noch Kosten ein wenn eine andere Band über das Set spielt.

Georg:
Heute ist es ja so, daß man ein paar tausend Mark abstecken muß um mit einer Band auf Tour gehen zu können.

Bernhard:
Das hört sich jetzt so negativ an, ich hab das früher auch nicht verstanden. Ich war auch ganz Baff als ich erfuhr, daß es bei Axxis was kostet mit auf Tour zu gehen. Wenn du aber bedenkst, daß wir pro Tag 5000,-DM Festkosten haben. Du mußt Tonleute, Lichtleute und die Anlage bezahlen und die andere Band spielt ja auch über das Zeug. Deshalb beteiligt man die Band an den Kosten die man da hat um das lukrativ für beide zu machen.

Georg:
Aber die Support Band wir ja nicht an den Einnahmen beteiligt.

Bernhard:
Nö, im Prinzip ist das ne reine Promotionsache, eine Investition. Ähnlich wie bei uns, als wir mit Black Sabbath auf Tour waren. Wir hätten ja sonst auch nie einen Gig in England bekommen. Keiner hätte Axxis gekannt und keiner hätte Bock auf eine deutsche Band aus Dortmund gehabt. Du kriegst halt dadurch das Publikum und die Chance, daß die Leute auf dich aufmerksam werden. Du mußt dich dann natürlich auch beweisen. Für uns war es dann natürlich auch Kult im Hammersville Odeon in London vor ausverkauftem Haus zu spielen. Da wären wir nie reingekommen, schon gar nicht mit ausverkauftem Haus. Und so muß man das natürlich sehen. Das ist ein reines Geschäft. Aber mit Vorteilen für beide Seiten.

Georg:
Ihr habt dann eure Alben "The Big Thrill" und "Matters Of Survival" in Amerika gemacht.

Bernhard:
Ja, "Big Thrill" haben wir mit Joey Balin in New York und Philadelphia gemacht und die Matters mit Keith Olsen in Los Angeles. Bei Big Thrill haben wir zuerst mal 14 Tage lang Rehearsals in New York gemacht, da war eine total tolle Atmosphäre. Jonny Winter, noch ein paar andere Blues Gitarristen und sonstige Größen waren nebenan, und Axxis mittendrin :-). Es war ziemlich witzig. Dann haben wir noch etwas geprobt und sind nach Philadelphia gefahren und haben die Songs eingespielt. Das Mastering haben wir dann wieder in New York gemacht. Es war schon so, daß wir öfters hin und her fuhren, aber so weit sind die Städte nicht weit auseinander.

Georg:
Wie waren dann die Verkaufszahlen der beiden Platten.

Bernhard:
Bei "Big Thrill" waren sie noch sehr gut. Da gab es ja auch noch einige Promotion Gags zu der Scheibe. Es war nämlich die am schnellsten gepreßte LP und auch die letzte in Deutschland gepreßte LP. Beatles waren die ersten, Axxis waren die letzten. Danach haben EMI ihr Presswerk zugemacht. Der Anlaß war eigentlich nicht so witzig. Es haben ja viele Leute ihre Jobs verloren. Aber zur "Feier" des letzten Vinyls haben wir dann noch im Presswerk einen Auftritt gehabt, während hintendran unsere Platte gepreßt wurde. Die ersten wurden dann für einen guten Zweck versteigert. Danach kam ja die Digitalisierung mit all ihren Vor und Nachteilen für die Bands und Plattenfirmen. Vor allem jetzt ja mit MP3 und CDs brennen, das war davor natürlich nicht möglich. Ich hab's ja vorher schon gewußt.

Georg:
Ich persönlich finde das eigentlich gar nicht so schlecht.

Bernhard:
Ich eigentlich auch nicht, weil z.B. das Internet sehr viele Vorteile bietet. Du hast die Möglichkeit deine Promotion fast kostenlos zu machen und hast so die Möglichkeit ein großes Publikum zu erreichen. Und man kann ja sogar noch Geld machen, ich weiß ja nicht wie es bei dir ist.

Georg:
Wir haben keine Werbung auf unseren Seiten. Wir wollen eine reine Infoseite sein und Werbung wird vom Besucher eher als störend empfunden.

Bernhard:
Ja, stimmt. Sobald es kommerziell wird kriegste gleich den Touch, daß du dich verkaufen würdest. Ist ja auch ein bißchen was dran.

Georg:
Das Jahr 98 war für euch ja ein Entscheidungsjahr.

Bernhard:
Vor 2 Jahren war es für mich sehr unsicher ob wir weitermachen. Ich hätte nicht gedacht, daß der Metal noch mal so ein Comeback erleben würde. Mit dem ganzen Techno und HipHop. Da wurde uns auch gesagt: Für euch brauch ich ein Studio, Hotels etc. ihr habt Produktionskosten von 100.000 DM, und ein TechnoDJ, der kein Instrument spielen kann macht das zu Hause im Wohnzimmer. Also sind die Betriebskosten viel billiger.

Georg:
Das heißt EMI hat 1998 den Vertrag mit euch beendet.

Bernhard:
Wir hatten ja ein sehr familiäres Verhältnis mit der EMI, wir haben ihnen ja auch alles zu verdanken. Aber die sind genauso von dem Technoboom überrollt worden und eines Tages gab es für uns keinen Ansprechpartner mehr. Wenn du dem was von einer Gitarre erzählt hast, wußte der gar nicht was das war. Das war Horror. Die Entwicklung haben wir schon während der Voodoo Vibes gemerkt, wir dachten schon daran den Label zu wechseln. Es brachte einfach nichts mehr. Wir hatten auch immer einen guten Kontakt zum Chef, da bin ich dann bei ihm gewesen und habe ihn darauf angesprochen und wollt e ein Statement, damit wir wußten woran wir sind. Die Trennung war aber auch in unserem Interesse. Und im Endeffekt war es gut für uns. Wenn ich sehe was unser neuer Label Massacre für uns macht, das ist schon traumhaft. Hätte ich nicht gedacht.

Georg:
1998 gab es bei euch ja auch noch Umbesetzungen.

Bernhard:
Ja, der Markus Gefella ist wieder zurück in die Schweiz gegangen. Als wir ihn in die Band aufgenommen hatten kam er noch aus Darmstadt, doch dann ist während er bei Axxis spielte zurück in die Schweiz gezogen. Das hat Proben fast unmöglich gemacht. Es war halt ein sehr großer Aufwand. Wir sind ja auch nicht die Band die ihren Bassisten jede Woche zum Proben einfliegen lassen kann. Und Kreativität mußte halt auch immer dann kommen wenn er da war. Das konnte man eigentlich vergessen. Die Trennung war auch in friedlichem Einvernehmen, da es auch für ihn nur Streß bedeutete.
Beim Walter waren wir schon sehr traurig als er aufhören wollte, aber es war auch irgendwie klar. Er wollte nach 15 Jahren Axxis einfach nicht mehr auf der Bühne stehen und sich sagen lassen was er zu tun habe. Er wollte mal was anderes machen. Er wollte selber Managen und Produzieren. Er macht das auch ganz erfolgreich. Er hat jetzt die Rebecca, das ist so ein Teenie Act, bei Viva untergebracht und verkauft wohl auch ganz gut. Er wollte halt sein eigener Herr sein, das kann ich auch verstehen.

Georg:
Du bist ja Profimusiker und hast dein eigenes Studio.

Bernhard:
Ja, aber das ist nur ein kleines Studio, es ist mehr auf Axxis zugeschnitten. Wir machen da auch andere Bands drin und das bringt viel Spaß, aber es ist halt kein Designer Studio. Es ist mehr ein Rock 'n' Roll Studio und das soll's auch bleiben.

Georg:
Wie fandest du den Auftritt in Wacken 99:

Bernhard:
Bei uns lief am Anfang viel schief. Wir hatten 2 Jahre nix mehr live gemacht und ich komm noch aus der Rock Generation wo es verpönt war jemanden aus der Band rauszuschmeißen. Und wenn dann ein neuer auf der Bühne stand wurde es ihm echt schwer gemacht. Das kenn ich noch aus meiner Phase so. Und ich war platt wie die Leute schon vor dem Gig gegrölt haben. Ich hatte das Gefühl daß die Leute es uns sehr leicht gemacht haben. Wir waren so nervös und gerade am Anfang lief auch einiges schief. Und ich hatte schon gedacht, jetzt ist alles schief gelaufen, schnell runter von der Bühne, aber die Leute haben uns einfach abgefeiert.

Georg:
Ich hatte so den Eindruck, daß die Leute gerade bei den älteren Songs besonders Gas gegeben haben.

Bernhard:
Das kann ja sein, ist aber eigentlich auch klar. Die Voodoo Vibes und die Matters sind bei den Leuten nicht so gut angekommen. Wenn du da nen Song von spielst ist der natürlich nicht so drin wie einer von der Kingdom of the Night. Die Kingdom ist ja auch schon über 10 Jahre alt und sie ist ja fast ein Kultding. Da können wir fast jeden Song spielen und die Leute gehen ab wie ein Zäpfchen. Das ist aber auch klar. Wenn ich heute mal was von der "Breaking the Law" von Judas hör geht bei mir immer noch die Sonne auf. Wobei man nun als Musiker die Songs schon anders hört, man hört viel mehr auf die Details die man weiß. Man kann sich nicht mehr so in die Musik fallen lassen.
Letztes Jahr wurden wir gefragt ob wir auf einer Hochzeit spielen würden. Das hat uns sehr gefreut, auch wenn wir es abgelehnt haben. Die haben sich bei einem unserer Songs in der Disco kennengelernt haben.

Georg:
Eure neue Platte stellt eine Rückbesinnung auf die Alten Werke dar.

Bernhard:
Wir sind ja nun in den Album Charts auf Platz 59 drin, das hätte ich auch nicht gedacht, daß es so gut gehen würde. Es war ja im Vorfeld sehr schwer für uns. Nachdem unser Hauptsongwriter Walter aufgehört hatte war es natürlich ein sehr heißes Eisen an das Harry und ich uns gemacht haben. Wir waren ganz alleine und mußten eine neue Band aufbauen. Und wir wußten auch nicht ob das was wir machen wirklich das sein würde was "Back To The Kingdom" ausdrückt. Es ist sehr häufig passiert, daß wir dachten wir hätten wieder so einen Song geschrieben wie bei Kingdom Of The Night und die Presse hat es dann wieder niedergemacht. Es ist unheimlich schwer für einen Musiker da auf dem richtigen Weg zu bleiben. Aber wir hatten ja auch nichts mehr zu verlieren. Und wir wollten die Eckpfeiler, die Chöre, die melodischen Gesänge und die Diskrepanz zwischen Melodie und Riff wieder featuren. Das hat die Kingdom Of The Night meiner Meinung nach ausgemacht. Daß uns das glücken würde hatte ich nicht gedacht, wir hatten uns ja auch mit dem Titel und mit den Ankündigungen uns sehr weit aus dem Fenster gehangen. Ich bin total überrascht und glücklich, daß es geklappt hat.
Oliver Klemm vom Rock Hard hat einmal gesagt wir würden "zeitlos schöne Rockmusik" machen. Das ist so ziemlich das beste Lob was man bekommen kann. Und wenn wir das mit dem neuen Album wieder hinkriegen wäre das schon toll.

Georg:
Heaven in Black ist ja Hooters mäßig.

Bernhard:
Das sagen viele. Wir haben im Proberaum ein altes Banjo liegen, mit dem kann man eigentlich nicht mehr richtig spielen, aber wir dachten uns "was machen wir damit". Und dann haben wir eben "Heaven in Black" gemacht. Den Refrain hatten wir ja schon lange, aber wir hatten nie einen Song darumgeschrieben. Und mit dem irischen Touch kommt er ja jetzt ziemlich gut an. Wir hatten eigentlich auf jedem Album so einen Song der etwas anders ist. Auf Axxis II z.B. Touch The Rainbow mit dem Reggae Groove.
Wir hatten früher das Dogma wir würden nie einen Coversong machen, das wird für viele sehr überraschend sein, daß wir jetzt doch einen gemacht haben. Wir waren der Meinung, wenn wir einen Song covern, muß er so klingen wie wenn wir ihn geschrieben hätten. Der muß passen wie die Faust aufs Auge. Und "Kiss Him Good Bye" stellt so einen Song da. Das Nanana hatten wir ja schon durch "Little Look Back" und zweitens ist das ja die BVB Hymne und als Dortmunder paßt das auch zu uns.

Georg:
Seid ihr regelmäßig im Stadion

Bernhard:
Wir sitzen ab und zu in der Südkurve und fiebern auch mit. Aber ich muß jetzt nicht auf jedes Spiel fahren.
Aber bei dem Coversong hatten wir erwartet daß wir zerrissen würden. Aber grade der Song kommt so gut an.

Georg:
Bei Covers fällt mir aber noch ein zweiter Song ein. Ihr habt ja auch Flash Rockin Man von Accept gecovert.

Bernhard:
Ja, das hatte auch einen Grund. U.D.O. hat ja ein neues Label aufgemacht und wollte uns gerne haben. Und das hat sich irgendwie zerschlagen. Und so hat er uns gefragt ob wir nicht mitmachen wollten. Und da ich total auf Accept stehe war es mehr eine Frage der Ehre auf dem Tribute Album mitzumachen. Es hat mich total gefreut.

Georg:
Und wie kamst du auf Flash Rockin Man?

Bernhard:
Wir haben da eine Liste bekommen auf der die Songs standen, die schon weg waren. Und es blieben von dem Restless and Wild ein paar Songs übrig und ich wollte ja einen von dem Album nehmen weil es mein Lieblingsalbum ist. Und Flash Rockin Man find ich auch total gut.

Georg:
Wie bist du überhaupt dazu gekommen Musiker zu werden. Viele haben ja so ein Schlüsselerlebnis wie "Maiden" live gesehen und dann angefangen Musik zu machen.

Bernhard:
Jetzt hast du es mir vorweggenommen. Ich hab in Dortmund in der Westfahlenhalle Kiss mit Maiden im Vorprogramm gesehen. Das war noch mit dem "Killers" Album. Und mich hat dann die Spiegelgitarre von Paul Stanley getroffen. Ich stand da in einem Pulk von Menschen und die Brille ist mir weggeflogen und es war mir total egal. Ich bin voll abgegangen. Ein Freund von mir wollte auch mitmachen und so haben wir dann angefangen und eine Band gegründet.

Georg:
Was waren deine Lieblingsbands?

Bernhard:
Kiss, Maiden, Judas Priest, eigentlich alle Klassiker von damals. Heute finde ich z.B. ZZ Top ziemlich geil, sie machen einfach super Musik. Metallica haben für mich eigentlich immer mehr gewonnen. Gerade bei dem Schwarzen Album hatten sie ziemlich gewonnen, während sie bei den Fans immer mehr verloren haben. Es wurde zwar kommerzieller, doch das ist beim Rock irgendwie negativ behangen. Einerseits wünscht man der Band, daß es abgeht, und wenn es dann abgeht, dann ist man sauer. Irgendwie widerspricht sich das für mich.

Georg:
Wie würdest du euren Musikstil einordnen?

Bernhard:
Gute Frage, dazu haben wir auch schonmal im Internet eine Umfrage gemacht. Aber ich sage einfach wir machen Rock. Wir machen harte aber auch weiche Rockmusik. Ich hab Bock auf Sachen wie "Wolf" die fast in Speed reingehen, aber ich mag auch die langsamen Sachen die wir spielen. Angefangen haben wir als Heavy Metal Band, aber der Heavy Metal hat sich ja seitdem sehr gewandelt.

Georg:
Wie stehst du zu Drogen? Man hört ja immer viel über Musiker und Drogen.

Bernhard:
Das ist ja erst die Frage was Drogen sind. Wenn du etwas oft und häufig macht wird es zum Problem. Ißt du viel kann Essen zur Droge werden und du wirst dick und rund. Das selbe ist mit Zigaretten und Alkohol. Und so ist es glaube ich auch mit Drogen. Ich persönlich lehne Drogen ab, weil sie mich als Sänger handicapen. Wenn ich auf der Bühne stehe und zuviel rauche oder trinke dann geht meine Stimme kaputt. Nicht wegen den Drogen, sondern weil ich nicht mehr die Kondition habe und deshalb falsch atme. Da muß ich immer etwas aufpassen. Aber so ein Bierchen oder ein Southern am Abend ist cool. Ein paar Gaumenfreuden soll man sich schon noch bewahren.

Georg:
Wie schaut es mit eurer Tour aus?

Bernhard:
Ich weiß noch gar nicht wie wir das machen mit der Tour, wir haben jetzt so viele Songs und ich weiß einfach noch nicht welche Songs wir spielen. Wir haben jetzt auch eine Internetumfrage gemacht welche Songs unsere Fans gerne hören würden. Danach werden wir die Setlist auch zusammenstellen.
Auf großen Festivals werden wir auch nicht spielen. Wir werden aber noch auf einigen kleineren Festivals spielen.

Georg:
Macht ihr eure Homepage selber?

Bernhard:
Die macht unser Fanclub, die sind noch am lernen, machen das alles aber auch schon sehr gut. Und ich versuch halt auch immer zu unterstützen.

Georg:
Vielen Dank für das Interview



Redakteur:
Georg Weihrauch

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