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AKHLYS: Interview mit Naas Alcameth

08.02.2021 | 20:45

Vertonte Schlaflosigkeit, Albträume und Dämonen. Bei AKHLYS gibt es viel zu fürchten.

Bei allen ideologischen Ausprägungen und modernen Genre-Erweiterungen: Im Black Metal geht vielen Bands eine Kernkompetenz ab, nämlich die der entmutigenden, gruseligen Atmosphäre. Nicht so bei AKHLYS, dem inzwischen recht konstanten Nebenprojekt von Naas Alcameth. Bekannt vor allem als der Kopf hinter NIGHTBRINGER. Das neue AKHLYS-Album "Melinoë" war für mich ein absolutes Jahres-Highlight, zu dem Naas uns einige Fragen beantwortet.


Zunächst einmal ein großes Lob für "Melinoë". Mir ist lange kein so furchteinflößendes und entmutigendes Album unterkommen.

Danke für deine Worte. Furchteinflößend und entmutigend, genau das wollten wir erreichen und ich freue mich, dass viele Hörer es genau so sehen.

Viele Leser sind eventuell mit AKHLYS noch nicht vertraut, bitte stell doch die Band einmal vor.

AKHLYS ist eine kreative Manifestation persönlicher Erfahrungen, die auf Traum- und Schlafphänomenen beruhen. Dies alles wird durch die Linse meiner eigenen spirituellen Neigungen und durch mythologische Ikonen und Symbole interpretiert. Der Name gehört zu einer bestimmten obskuren griechischen Figur und kann grob als "Nebel" oder genauer gesagt als "Nebel des Todes" übersetzt werden, was ein poetischer Hinweis auf die Trübung der Augen nach dem Tod ist.

Was war dein Ziel im Hinblick auf das neue Album?

Es gibt eine bestimmte Atmosphäre, eine ganz besondere Aura, die während der oben erwähnten Schlaf- und Traumereignisse von Fremden hervorgerufen wird. Eine sehr eigentümliche und ursprüngliche Angst. Diejenigen, die es erlebt haben, wissen genau, wovon ich spreche. Ich wollte diese Essenz des Terrors, so gut ich konnte, in der Musik selbst als eine Art Werk der persönlichen Ehrfurcht vor genau diesem Geist (oder diesen Geistern) verkörpern, der im Herzen von allem liegt.

Melinoë ist eine chtonische Nymphe, die Albträume hervorruft. Kannst du erklären, welches Konzept hinter dem Album steckt?

Um etwas näher auf das oben Erwähnte einzugehen, basiert das Album vollständig auf bestimmten Parasomnien, die alle eng mit dem Konzept des ekstatischen Terrors und der Ablehnung verbunden sind, die durch bestimmte Begegnungen innerhalb der Grenzen hypnagogischer Zustände, klarer Träume und so hervorgerufen werden. Ich sah die Figur von Melinoë als perfekte Maske oder Aushängeschild für das gesamte Konzept.

In einem Interview habe ich gelesen, dass du dich im Schlaf aufnimmst. Hast du dieses Material in irgendeiner Form in der Aufzeichnung verwendet?

Ich habe das getan, ja. Ich habe es tatsächlich getan. Ich habe eine sehr kurze Passage verwendet, die auf 'Succubare' erscheint. Wenn du genau hinhörst, solltest du in der Lage sein, dies zu erfassen, aber es ist ziemlich subtil.

Ich vermute, das Artwork wurde wieder von David Herrerias entworfen?

Das Albumcover stammt von dem bekannten Künstler Denis Forkas Kostromitin. Dieses Stück von ihm war eines, von dem ich seit fast einem Jahrzehnt ziemlich besessen war und das ich mir seit einiger Zeit speziell für AKHLYS gewünscht hatte. Dieses Stück wurde nicht in Auftrag gegeben, sondern nur lizenziert, so dass es sozusagen keine wirkliche Zusammenarbeit gab. Außerdem gibt es zwei weitere großartige Stücke im Layout, eines von Luciana Lupe Vasconcelos und eines von Milya Yanovskaya.

Hinter dem Drumkit gab es einen Besetzungswechsel. Welchen Einfluss hatte dies auf das Songwriting?

Unser früherer Schlagzeuger Ain hat bei "The Dreaming I" einen unglaublichen Job gemacht. Ich wollte jedoch alles verbindlicher handhaben und die Dinge stärker in den Fokus rücken und entschied, dass der beste Weg, dies zu tun, darin besteht, hier örtlich einen Schlagzeuger (und Live-Mitglied) zu rekrutieren. Dies ermöglichte es uns, während der sechs Monate des Schreibens, Aufnehmens und anschließenden Mischens eng zusammenzuarbeiten. Eoghan konnte meine Vision sozusagen sehr schnell und intuitiv sehen und brachte viele seiner eigenen Ideen ein. Ich glaube, durch unsere Zusammenarbeit wurde das Material aggressiver und dunkler als zuvor.

Vor einigen Jahren warst du dir nicht sicher, ob Black Metal oder Ambient in Zukunft stärker auf AKHLYS Einfluss nehmen würde. Wie haben sich die Dinge aus deiner Sicht entwickelt?

Ich würde sagen, dass beide immer noch absolut integraler Natur sind und es auch bleiben werden. Wir überlegen uns neue Wege, um beide Elemente auf einzigartige Weise in Einklang zu bringen. Es gibt viele Möglichkeiten für die Zukunft.

Redakteur:
Nils Macher

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