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40 WATT SUN: Interview mit Patrick Walker

06.04.2011 | 13:47

Patrick Walker über "The Inside Room", WARNING und seine Comedy-Empfehlung.

40 WATT SUN haben in unserem Soundcheck überragend abgeschnitten. Die Musik von Patrick Walker, der bereits mit WARNING für aktive Tränensäcke sorgte, berührt den Hörer, der - einmal gefangen - aus "The Inside Room" nicht mehr ausbrechen kann. Wem allerdings der Zugang von Beginn verwehrt bleibt, der findet die Musik auch sehr schnell langweilig. Eine Hörprobe ist bei aller Euphorie des Autors demnach empfohlen.


Dass 40 WATT SUN so überragend gut bei POWERMETAL.de abgeschnitten haben, nimmt der Brite gelassen, ja beinahe gleichgültig zur Kenntnis. "Das Feedback ist bisher insgesamt sehr positiv, von dem was mir Cyclone Empire (das Label - PK) so berichten." Natürlich vergleicht jeder 40 WATT SUN mit Patricks vorheriger Band WARNING, die mit "Watching From A Distance" einen echten Klassiker abgeliefert haben. Ein Vergleich, den Patrick selbst gar nicht so sehr nachvollziehen kann. "Ja, diese Frage kommt in der Tat sehr oft, aber weißt du, ich kann die nicht wirklich beantworten. Ich denke nicht, dass WARNING bereits einen fest definierten Sound hatten, mit dem man nun 40 WATT SUN vergleich kann. Auch wenn wir jetzt nicht unglaublich viel Material veröffentlicht haben, denke ich schon, dass wir uns von einem Release zum nächsten stark verändert haben. Man könnte natürlich sagen, dass die Gitarren etwas wärmer klingen. Ich wollte ein Live-Feeling erreichen und nicht mehr so eine überproduzierte, stark komprimierte Produktion haben, wie auf dem letzten WARNING-Album.", erzählt Patrick und verdutzt den Autoren etwas. "Überproduziert" ist nichts, was mir bei "Watching From A Distance" je in den Sinn gekommen wäre.

Einen großen Unterschied zu WARNING kann Patrick aber dann doch noch benennen: "Ich denke, den größten Unterschied machen Christian (Leitch, dr. - PK) & William (Spong, b. - PK) aus, die beide unglaublich talentierte Musiker sind und die für mich sehr inspirierend waren. Ich denke, dass auch das Songwriting einen großen Schritt vorwärts gemacht hat und auch wenn ich sage, dass man 40 WATT SUN nicht mit WARNING vergleichen sollte, sehe ich doch diesen Schritt einfach als eine weitere Entwicklung meiner musikalischen Persönlichkeit. Am Ende gibt es kein Konzept hinter der Band oder irgendwas, ich möchte einfach nur Songs schreiben.".


Von der Aussage, dass einige Hörer wie der Autor dieser Zeilen völlig von einer erdrückenden Traurigkeit gefangen werden, ist Patrick beinahe überrascht: "Hmm, "The Inside Room" soll kein trauriges Album sein. Es ist nichts Negatives in die Musik geflossen, sie wurde auch nicht von - wie ich es nenne - negativen Erlebenissen beeinflusst. Ich würde sogar sagen, dass eine Menge Freude, Liebe und Leben in den Songs steckt. Klar, es gibt auch Schmerz, sicher, aber das ist alles Teil einer großen emotionalen Erfahrung. Es ist also auf keinen Fall eine negative Platte. Melancholisch, ja, dem kann ich nicht widersprechen, aber ich wollte einfach nur schöne Musik machen." Was auf bemerkenswerte Weise gelungen ist, zumal der Fokus absolut auf der Musik liegt, wie auch die sehr minimalistische  Herangehensweise & Ausstattung an und von "The Inside Room" noch einmal deutlich macht. Das Album wurde in drei Tagen eingespielt, in einen simplen Digipak mit vierseitigem Booklet und ohne Texte gesteckt, um so den Blick des Hörers auf das wesentliche, die Musik, zu lenken. "Ja, das ist schon der Gedanke, der dahintersteckt. Die Musik soll für sich selbst sprechen und ich mag es, wenn die Verpackung dies auch unterstreicht. Ich sehe absolut keinen Grund, der Musik noch etwas hinzuzufügen."

Was hinzuzufügen bleibt, ist die Antwort auf die Frage, worüber ein Patrick Walker denn lacht: "Im Augenblick über die siebte Staffel von "Curb Of Enthusiasm" (in Deutschland als "Lass es, Larry!" bekannt - PK). Eine Serie von und über "Seinfeld"-Macher Larry David." So einfach kann es sein.

Redakteur:
Peter Kubaschk

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